Kyoto – 26.04.2016

Ein letztes Frühstück bei Chez Lui lassen wir uns nicht entgehen. Dann zahlen wir die Zeche im Hotel und fahren mit dem Taxi nach Tokyo Station. Reservierte Tickets für den Shinkansen sind beruhigend, man muss nicht lange Schalter suchen. Wir sind etwas zu früh und schlagen uns die Zeit im Starbucks tot.

Beim Track 18 fährt unser Zug ein. Eine kleine Armee von rosarot gekleideten Helferinnen steigt in den leeren Zug. Putzen, Sitze drehen, alles ausrichten, Armlehnen desinfizieren etc. Ein uniformierter Beamter überwacht das ganze sehr genau von seinem zentralen Standort aus und dirigiert alle mit Handzeichen. Man bedenke, ich spreche von 404 Metern Zuglänge, die in ein paar Minuten flott gemacht werden.

Shinkansen Zug

So ein Shinkansen Zug wiegt über 750 Tonnen und bringt eine Antriebsleistung von mehr als 17'000 kW, was enorm ist. Und diese Masse muss dann auch wieder verzögert werden beim Bremsen und bei bis 300 km/h zulässiger Höchstgeschwindigkeit. die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit beträgt ca. 250 km/h.

Genau 4 Minunten vor dem Start darf man einsteigen. Alle Passagiere stehen schön brav an, weil die meisten reservierte Plätze haben und auch beim richtigen Wagen stehen. 16 Wagen sind in einer Komposition und jeder Wagen ist gut 25 Meter lang.

Auf die Sekunde genau fährt dieser Zug ab und trifft in Kyoto genau so pünktlich um 15:08 ein. Im Zug gibt es einen mobilen Verpflegungswagen, der ab und zu vorbei geschoben wird.

Die Fahrt selbst ist sehr beeindruckend, wenn man noch nie mit so einem schnellen Zug unterwegs war. Man kann nur in die Ferne schauen, wenn man am Fenster sitzt, sonst wir einem fast schwindlig ab den vorbeihuschenden Bildern, die das Auge gar nicht mehr erfassen kann. In den Kurven neigt sich der Zug erheblich und wenn er über Kuppen fährt, hat man das Gefühl abzuheben. Umgekehrt drückt es einen ein wenig in den Sessel, wenn der Zug eine Senke nimmt. Ganz beeindruckend ist, wenn ein Zug entgegen kommt. Es dauert kaum mehr als 3 Sekunden bis diese 400 Meter Zug vorbei sind. erstaunlicherweise gibt es nicht diese Druckwellen, wie beispielsweise bei uns in der Schweiz. Das hängt wahrscheinlich mit der Aerodynamik des Zuges zusammen. Alles in allem ein technisches Wunderwerk.

Am Bahnhof in Kyoto drücken wir einem Taxifahrer einen Plan auf japanisch in die Hand, mit der genauen Adresse des kleinen Häuschens, das wir für diesen Aufenthalt gemietet haben. Der Taxifahrer studiert den Plan gründlich und brummelt dabei etwas vor sich her. Dann chauffiert er uns, mit Anzug und weissen Handschuhen, sicher zum Häuschen. Das Häuschen liegt im alten Teil von Kyoto irgendwo zwischen Yasaka Street und Gojo Street. Das Häuschen ist sehr niedlich. Es wurde sanft renoviert.

Zuerst shoppen wir im nahe gelegenen happy Sokuhara Supermarket die wichtigsten Sachen, die man halt so braucht.  😜

Anschliessend machen wir uns auf einen ersten Stadtbummel, um die Umgebung etwas zu erkunden.

Wir sind nicht allein hier als Touristen! Riesige Mengen von Touris strömen durch die engen malerischen Gassen. Und uns fällt auf, dass hier wesentlich mehr westliche Touristen zirkulieren als in Tokyo.

Gasse

Wir finden dann ein Restaurant wo wir fein essen können. Es gibt Shabu Shabu. Das ist ein Gericht mit Gemüse und Fleisch, das im heissen Wasser am Tisch zubereitet wird. Richtig lecker und gemütlich. Der Preis, im Vergleich zu den bisherigen, auch sehr speziellen Nachtessen, ist fast schon erschreckend. Hier gelten offensichtlich Touristenpreise.

Strasse mit vielen Restaurants

Übrigens, hier in Japan ist es wohl üblich in Cash zu zahlen. Die Kreditkarte habe bisher nur für Tickets und für das Hotel gebraucht. Zum Glück haben wir auf der Maestrocard das Geoblocking freigeschaltet. Damit kann man an den meisten Geldautomaten (zum Beispiel in Supermarkets) problemlos Geld abheben.

Wieder zu Hause klopfen wir dann gut schweizerisch einen Schieber bei Sake.