Kyoto – 28.04.2016

Der letzte Tag in Kyoto und es regnet in Strömen. Ich muss einen Schirm kaufen, denn meine Jacke schafft diese Wassermengen nicht. Unser erstes Ziel ist nur wenige U-Bahn Stationen entfernt. Wir besuchen die Anlage vom Fushimi Inari-Taisha Shrine (Shinto). Wer gedacht hat, er habe nach fast 10 Tagen Japan so ziemlich alles gesehen an Shrine- und Tempelanlagen, wird hier eines besseren belehrt.

Torii

Als erstes fällt die orange Farbe auf, irgendwie grell und doch sehr angenehm. Dieser Shrine ist der Haupt-Shrine von ca. 30% aller Inari Shrines in Japan. Entsprechend gross ist denn auch diese Anlage. Bekannt ist dieser Shrine durch seine Alleen aus tausenden roten, sogenannten Torii, die eng aneinander zu Alleen aufgestellt sind. Die Alleen führen auf einen Hügel und sind etwa 4 km lang. Jeder Torii wurde von einer Firma oder Privatpersonen gespendet. Entsprechend sind diese Torii dann auf der einen Seite auch beschriftet. Nach meiner Schätzung müssen es gegen 10'000 Torii sein.

Wir geben heute dem Wetter die Schuld, dass wir nicht ganz bis auf den Hügel gestiegen sind, um das Allerheiligste zu sehen. Es ist dort oben ein Spiegel.

Das nächste Highlight folgt am Nachmittag. Wir haben Eintritte für die Miyako Odori Show im Gion Kaburenjo Theatre. Da wird eine aussergewöhnliche Geisha Show (Maiko-San und Geiko-san) gezeigt.

Die Show ist in 8 Szenen unterteilt, Prelude, welche zusammenfassend auf die kommenden Szenen verweist. Der einmalige Kyoto Tanzstil geht offenbar auf die Edo Zeit von 1603-1868 zurück. Das Theater wurde extra für diese Show gebaut. Die zweite Szene spielt in einem Jonangu Shrine im Frühling, wenn die Pflaumen blühen. Dann folgt Szene drei in einem Bishamondo Tempel während der Wisteria Blüte. Die vierte Szene zeigt einen Glückstanz in einem Kasuga Taisha Shrine.  Szene fünf erzählt die Cinderella Story aus der Heian Periode (794-1185). Szene sechs spielt im Herbst und zeigt den Abschied vom Sommer bei einem Basho-an, Konoukuji Tempel. Der Wintertanz in Szene sieben spielt in einem Sanzenin Tempel. Die letzte Szene spielt wieder im Frühling zur Kirschblütenzeit vor dem Hintergrund des Himeji Castle. Die Bühnenbilder sind echte Kunstwerke. Von Szene zu Szene werden diese in wenigen Sekunden komplett umgestellt. Jedes Bühnenbild ist ein Erlebnis. Leider ist fotografieren total verboten, aber ein Bild des Theaters vor der Vorstellung könnte ich mir nicht verkneifen.

Theater

Und nach dieser wunderschönen Vorstellung gehen wir noch zu Fuss zum Kiyomizudera Tempel. Er liegt ziemlich weit oben, ist aber gut zu Fuss erreichbar. Diese Tempelanlage liegt über Kyoto und man hat von hier oben einen herrlichen Blick über die Stadt. Um dahin zu kommen geht man durch die engen Gassen den Berg hoch. Auch am Abend um fünf hat es hier noch recht viele Touristen. Aber es ist trotzdem schön. Vor allem sieht man recht viele Leute in Kimonos, Frauen und Männer.

Die Anlage selbst ist weitläufig und führt über einen schönen Pfad zu einer Pagode. Auf den ersten Blick ist es eben einfach wieder ein Tempel, wie schon viele vorher. Schaut man aber genauer hin, sieht man zum Beispiel, dass ein grosser Teil der Tempelanlage auf einem gigantischen Holzgerüst steht. Diese Konstruktion ist einmalig und zeugt von der Baukunst der Erbauer dieser Tempelanlage.

Zum Nachtessen wollen wir in Restaurant in der Stadt und nehmen ein Taxi. Leider lassen Sie uns nicht rein, weil wir keine Reservation haben. Also gehen wir zurück und landen wieder im Ramen Restaurant von gestern. Wir hatten die gleichen vier Plätze. Möchte nicht wissen, was die Leute hinter der Theke dachten, als wir schon wieder kamen. 😀 Aber es war wieder ausgezeichnet.

Morgen ist Abreise und wieder Fahrt mit Shinkansen nach Narita ins Flughafen Hotel. Am Samstag fliegen wir wieder in die Schweiz und hoffen, dass der Schnee endlich weg ist.